Der o2 Prepaid Surfstick Test
Wer wie ich beruflich fast 24 Stunden am Tag online ist, sitzt natürlich nicht nur im Home Office herum sondern fährt zu Recherchezwecken auch schon mal mit der Bahn oder setzt sich bei schönem Wetter zum Schreiben in ein Café. In der Bahn haben Sie in den ICE-Zügen der Hauptstrecken die Gelegenheit, gegen Gebühr den WLAN Service eines anderen Telefonanbieters nutzen zu können und in Cafés ist der WLAN-Empfang kostenlos, wenn Sie sich als zahlender Gast dort niederlassen. Auch in großen Hotels ist die Internetnutzung auf den Zimmern mittlerweile gratis. Doch was machen Sie, wenn Sie sich mal auf die grüne Wiese oder an den Strand zurückziehen möchten?

In solchen Fällen ist man als Vielsurfer auf einen Internetstick angewiesen. Und da O2 bekannt ist für seine attraktiven Angebote und die gute Netzabdeckung, entschloss ich mich, im Onlineshop einen O2 Prepaid Surfstick zu bestellen.


Der Prepaid Surfstick von O2

Surfstick Flatrates – auch wenn sie noch so günstig sind – kommen für meine Zwecke kaum infrage, denn zu 90% nutze ich meinen DSL-Anschluss. Prepaid-Tarife sind flexibel: Bei längeren Fahrten bucht man einen Monatstarif und wenn man nur über das Wochenende nach Berlin, Hamburg oder Frankfurt fährt, wählt man jeweils den Tarif für zwei oder drei Tage.

Auf der O2 Website klickte ich auf das Angebot "Surfstick ohne Vertrag". Der Stick kostete zu dem Zeitpunkt 29,99 € zuzüglich 3,95 € Versandkosten. Außerdem war im Preis eine Woche Internetnutzung inklusive. Da hinsichtlich des Prepaidtarifes die Angebote bei O2 alle paar Wochen wechseln, lohnt sich das regelmäßige Vorbeischauen auf der Seite, denn wenige Wochen später gab es den Stick für nur 19,99 € allerdings ohne den Hinweis auf die Gratis-Nutzung.

Unter vier verfügbaren Farben (Weiß, Blau, Silber, Beere) entschied ich mich für den weißen Surfstick, den ich auch als USB-Stick verwenden konnte. Mit bis zu 7,2 Mbit/s Datenübertragung versprach O2 so schnelles Surfen  auf DSL-Niveau. Auf der Angebotsseite wurde ich darüber hinaus noch informiert, dass die Tagesflat 3,50 € und die Monatsflat 25,00 € betragen und keine monatlichen Fixkosten entstehen würden.

Bestellvorgang und Zahlungsmöglichkeiten bei O2

Ich legte den Surfstick in den Warenkorb, der die Gesamtsumme von 33,94 anzeigte, klickte auf "Weiter" und befand mich im vierstufigen Bestellmodus: 1. Persönliche Daten, 2. Zahlungsdaten, 3. Bestellung überprüfen, 4. Fertig. Ich gab zunächst Namen, Adresse, Rufnummer, Mailaccount und Geburtsdatum an, wurde zu den Zahlungsoptionen geführt und sah, dass ich nur zwei Möglichkeiten hatte: Zahlung per Kreditkarte oder per Nachnahme!

o2 screenshotDa ich aufgrund schlechter Erfahrungen (dubiose Kartenbelastung durch von mir nicht getätigter Auslandszahlung) meine Kreditkarten außer zur Sicherheitsangabe bei Hotelbuchungen kaum noch einsetze, musste ich mich wohl oder übel auf die Zahlungsoption Nachnahme einlassen, die zudem noch 2,00 € mehr kostete. Eine zusätzliche Möglichkeit wie Sofortüberweisung über Onlinebanking wäre da dem Kunden gegenüber etwas entgegenkommender gewesen. Im nächsten Schritt erhielt ich die Information, dass die Lieferzeit zwei bis drei Werktage dauern würde. Zum Schluss bestätigte ich noch einmal meine Daten und schloss die Bestellung ab. Vorher poppte aber noch ein Fenster auf, worin mich O2 zu einer Meinungsumfrage einlud. Ich nahm die Gelegenheit war und beantwortete Fragen darüber, welches Produkt ich bestellt hatte und wie zufrieden ich mit dem Bestellvorgang war. Ich gab auf einer mehrstufigen Skala an, dass ich mit der Bestellung an sich sehr zufrieden war, O2 lediglich die Zahlungsmöglichkeiten noch optimieren könne. Vielleicht äußern sich diesbezüglich ja viele Kunden …

Service und Infomails

Die erste Mail kam sofort und bestätigte den Eingang meiner Bestellung und dass sie in Kürze bearbeitet werden würde. Aufgeführt wurde jeweils der Betrag des Surfsticks und der Versandkosten. Zwei Tage später kam die zweite Mail, die zum Inhalt hatte, dass die Bestellung an diesem Tag eingegangen sei und der von mir bestellte Artikel voraussichtlich in den nächsten zwei bis drei Werktagen geliefert werden würde. Das wunderte mich ein wenig, denn dies hatte ich ja schon in der ersten Mail erfahren. Möglicherweise hing das damit zusammen, dass ich den Surfstick am Sonntag (10.4.) bestellt hatte und der Auftrag bei O2 intern erst zwei Tage später von der entsprechenden Abteilung bearbeitet wurde.

Am 14.04. traf die dritte Mail ein, worin mich O2 als neuen O2-Prepaid Kunden begrüßte. Weiterhin enthielt die Mail die Information, dass ich von meinem 14-tägigen Widerrufsrecht Gebrauch machen könne aber darauf achten solle, dass sich die SIM Karte in diesem Fall in der Originalverpackung befinden müsse. Außerdem verwies ein Link auf weitere Details hinsichtlich Kontocheck und Aufladens der Prepaid Karte.

Für weitere Fragen hatte O2 noch eine Nummer aufgeführt, an deren Ende die Mitarbeiter täglich von 8.00 bis 22.00 Uhr zur Verfügung stehen würden – ein Service, den ich als sehr kundenfreundlich empfand. Etwa eine Stunde später kam die vierte und letzte Mail, die besagte, dass die Bestellung vom Lieferanten bearbeitet werden würde. Der Link "Bestell-Staus" führte allerdings auf die Startseite meines Mail-Providers! Das war in dem Fall nicht weiter tragisch, denn kurze Zeit später klingelte es, und der DPD-Zusteller knöpfte mir 35,94 € ab, bevor er mir das Päckchen von O2 überreichte.

Pünktliche Lieferung bei O2

Angesichts der Tatsache, dass ich den O2 Surfstick an einem Sonntag bestellt hatte und er am Mittwoch geliefert wurde, war die Zustellung gemäß der Voraussage (2-3 Werktage) auf den Punkt. Zur besseren Bestellverfolgung sollte O2 den Link in der letzten Mail noch einmal überprüfen.

Lieferumfang, Surfstick und Installation

Die Sendung bestand aus einer Umverpackung, welche neben dem Surfstick die Rechnung, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, Hinweise zum Datenschutz, den schon vorbereiteten Retourenschein samt Packzettel und ein Datenblatt mit meinen Angaben enthielt. Auf dem Datenblatt waren diverse Einwilligungsoptionen aufgeführt, wonach meine Angaben zu diesen und jenen Werbe- und Vermarktungszwecken für 6 Monate gespeichert werden würden. Diese Optionen hatte ich bereits bei der Bestellung deaktiviert, sodass auf dem entsprechenden Papierausdruck die Kästchen alle freigeblieben waren. Werbung bekam ich ungefragt sowieso schon genug.

o2 surfstick SIM KarteDie blaue O2 Verpackung enthielt den in einer Extrabox gesicherten HUAWEI Surfstick E1750, ein Booklet mit der Kurzanleitung, die SIM Karte samt Prepaid-Rufnummer, PIN und PUK sowie auf einer gesonderten Karte den Gutscheincode für eine Woche Gratis-Surfen. Dazu gab es als Fußnote den Vermerk, dass die Gratiswoche ab einem gewünschten Termin durch Einlösen des Codes aktiviert und nach einer Woche automatisch deaktiviert werden würde. Weiterhin würde nach dem Verbrauch von 1GB pro Kalendertag die maximale Geschwindigkeit auf 64 Kbit/s gedrosselt.

Der HUAWEI Surfstick besitzt abgerundete Kanten, wodurch er angenehm zu handhaben ist. Am kurzen Ende sitzt die durch die Kappe geschützte USB-Schnittstelle. Am langen Ende ist auf der Vorderseite unter dem O2-Logo die LED-Anzeige eingelassen, die den jeweiligen Empfangsstatus in drei verschiedenen Farben anzeigt. Auf der Rückseite öffnete ich den Verschluss, worunter sich der Steckplatz für die SIM Karte sowie ein weiterer Steckplatz für eine MicroSD Karte befand. Gemäß der Anleitung löste ich die SIM Karte aus Ihrer Umhüllung und schob sie unter das Metallplättchen.

Die Gebrauchsanweisung informiert an dieser Stelle, welche Farben und Blinksignale welche Bedeutungen haben:

  • Grün - An-Aus-An --- Pause --- An-Aus-An: Surfstick ist eingeschaltet
  • Grün - An --- Pause --- An ---: in einem GSM/GPRS/EDGE-Netz registriert
  • Blau – An --- Pause --- An ---: in einem UMTS-Netz registriert
  • Grün – Ein: mit einem GPRS/EDGE-Netz verbunden
  • Blau – Ein: mit einem UMTS-Netz verbunden
  • Türkis – Ein: mit einem HSDPA/HSUPA-Netz verbunden


Während der Testphase leuchtete der Surfstick immer blau:


Ich schloss den O2 Surfstick an mein Laptop an, worauf die Installation automatisch startete, was richtig schnell ging. Innerhalb weniger Klicks hatte ich Zugang zum Verbindungsprogramm "Mobile Connection Manager"

Verbindungsprogramm "Mobile Connection Manager"

Die O2 Prepaid Surfstick Software "Mobile Connection Manager" war sowohl als Verknüpfung auf dem Desktop als auch auf der Taskleiste vorhanden und zeigte ein Datenvolumen von 30 MB an. Ich nahm an, dass diese Datenmenge für die ersten Schritte im Internet und für das Aufladen der SIM Karte zur Verfügung gestellt wurden. Auf der linken Seite der kleinen Anzeige des Managers konnte ich mit einem Buttonklick alle zur Verfügung stehenden Netzwerke auflisten lassen und mit der Taste darunter direkt die Verbindung vornehmen.

Auf der rechten Seite hatte ich die Möglichkeit, SMS zu verschicken, mein Guthaben abzufragen, das Aufladen vorzunehmen, die O2-Internetseite zu besuchen sowie Favoriten und ein Adressbuch abzulegen. Um die Gratis-Woche zu aktivieren, klickte ich auf den Button "Guthaben & Service" und dann auf "Guthaben aufladen", rubbelte den Gutscheincode auf der Karte frei, gab diesen und die vierstellige PIN ein, wählte aus der Netzwerkliste das O2 Netz aus und schon leuchtete die LED blau.

Der Verbindungsmanager erkennt übrigens doppelt so viele Netzwerke wie das System meines Laptops. So konnte ich beispielsweise in Erfahrung bringen, welchen Namen sich das Geschäft für Bildeinrahmungen auf der anderen Straßenseite gegeben hatte. Auch konnte ich zügig zwischen O2 und meinem DSL-Anschluss wechseln. Beim Schließen des Managers allerdings wurde auch die Internetverbindung beendet, was sich als weniger praktische Eigenschaft des Mobile Connection Managers erweisen sollte.
o2 prepaid surfstick software


Empfang und Datenverbrauch:


Ich wohne mitten in der Kölner Innenstadt, was ohnehin bedeutet, dass ich sämtliche Netze gut empfange. (Altbau, 3. OG). So surfte ich im Haus am ersten Tag bei einer Geschwindigkeit von über 3 Mbit/s, kam aber auch nicht darüber hinaus. Die Datenübertragung schwankte hin und wieder zwischen durchschnittlichen 300 Kbit/s und 3 Mbit/s. Wie schon erwähnt, blinkte die LED blau, ich war also mit UMTS Geschwindigkeit unterwegs.

Die voreingestellten 30 MB waren innerhalb einer halben Stunde verbraucht und so nutzte ich bereits die Datenmenge für die Gratiswoche. Ich schaute in meinem Guthaben nach und war erstaunt, dass sich das Datenvolumen von 1.000 MB schnell reduzierte.

Am nächsten Tag wollte ich den Surfstick unter freiem Himmel und etwas abseits vom Zentrum testen. Die Poller Wiesen eignen sich hierzu besonders gut, denn sie liegen auf der anderen Rheinseite und die nächsten bebauten Flächen sind weiter entfernt. Dieser Umstand machte sich bemerkbar, als die Internetverbindung einige Male unterbrochen wurde, obwohl das O2-Netz als das Stärkste angezeigt wurde. Die Geschwindigkeit betrug während dieser Stunde etwa 1 Mbit/s. Die zur Verfügung stehende Datenmenge hatte sich weiter reduziert, ohne dass der Stand des täglich nutzbaren Paketes von 1 GB angezeigt worden wäre. Das nährte die Befürchtung, dass ich schon weit vor Ablauf der Gratiswoche auf 64/Kbit/s gedrosselt werden würde. Irgendein Detail schien der Verbindungsmanager nicht zu berücksichtigen, denn der Tagesverbrauch war so nicht kontrollierbar.

Das zeigte sich am folgenden Tag, als ich mit dem Zug zu einem Freund ins Bergische fuhr. Zu diesem Zweck packte ich mein kleineres Netbook ein, das ich unterwegs besser bedienen konnte als das Notebook mit dem größeren Display. Hier funktionierte die Installation der Software genauso einwandfrei und erfreulicherweise standen mir wieder 30 MB für den Anfang zur Verfügung. Im Zug war die Internetverbindung ähnlich labil wie auf den Rheinwiesen. Die Datenübertragung war mit durchschnittlichen 1,5 Mbit/s aber ok. Mein Freund hatte natürlich nichts Besseres zu tun, als mir für den weiteren Surfstick-Test den Download eines Spielfilmes vorzuschlagen. Ausprobieren konnte ich es ja mal. Die Übertragung lief zwar langsam und schien irgendwann bei etwas über 100 Kbit/s schlapp zu machen aber der Download wurde zumindest nicht unterbrochen. Und dann war das zur Verfügung stehende Datenvolumen verbraucht! Aber nichts passierte, denn die Geschwindigkeit wurde nicht auf GPRS gedrosselt.

Auch in den nächsten Tagen surfte ich mit dem Stick bei 2 bis 3 Mbit/s. Zu bemängeln ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass ich den täglichen Verbrauch nicht nachvollziehen konnte. Und: Während des Tests habe ich die Farbe Türkis für ein HSDPA-Netz leider nicht blinken sehen.

Preis-Leistungsverhältnis bei O2

Unter Berücksichtigung der Gratiswoche (3,50 € normale Tagesflat x 7 Tage = 24,50 €) ist der Preis für die Hardware sehr günstig. Aber auch gegen 29,99 € kann man nichts einwenden, wenn man den Betrag mit anderen Anbietern vergleicht, bei denen der Surfstick in Verbindung mit einem Prepaid-Tarif runde 10 Euro mehr kostet. Der Verbindungsmanager fluppt wie am Schnürchen und auch die Funktionen des kleinen Programmes können sich sehen lassen. Hinsichtlich der Kontrolle des Tagesverbrauches könnte O2 noch mal nachfeilen. Da die Surfgeschwindigkeit auch bei Ortswechsel vom Ballungsraum aufs Land im Wesentlichen konstant blieb, würde ich den Surfstick für Tagesflats weiternutzen. Unterm Strich: gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Fazit zum O2 Prepaid Surfstick

Bestellvorgang: unkompliziert
Zahlungsmöglichkeiten: eingeschränkt!
Service und Infomails: gut
Lieferzeit: sehr gut
Gebrauchsanleitung: sehr verständlich und aufs Wesentliche konzentriert
Installation: unter Windows 7 schnell und ohne Komplikationen
Mobile Connection Manager: praktisch mit vielen Funktionen, jedoch war die Kontrolle für den Tagesverbrauch bei Gratiswoche nicht ersichtlich!
Empfang: 3 Mbit/s im UMTS-Bereich (Köln und Umland), wenige Unterbrechungen, sonst gut
Preis-Leistungsverhältnis: gut

Gesamturteil: gute und funktionale Hardware für Prepaid Surfer