Die ersten LTE Tarife von Vodafone und Telekom
UMTS kommt langsam aber sich in die Jahre - und an seine technischen Grenzen, denn die Übertragungsraten beeindrucken heutzutage wohl keinen Kunden mehr wirklich. Doch Vodafone und die Deutsche Telekom wollen nun doch endlich ihr LTE-Netz in Betrieb nehmen. Das soll drastisch gesteigerte Geschwindigkeiten bei gleichzeitig vertretbaren Preisen garantieren. Das Debakel, das UMTS seinerzeit war, soll wahrscheinlich nicht noch einmal wiederholt werden. Somit Grund genug, sich die Tarife einmal genauer anzuschauen.

LTE Verfügbarkeit der beiden Großen

Die Deutsche Telekom hat erst vor wenigen Tagen die Preise für erste LTE-Tarife bekanntgegeben. Einer dieser Tarife hört auf den etwas umständlichen Namen „Call & Surf via Funk“.

Dieser soll inklusive Festnetz-Anschluss für die Telefonie in den eigenen vier Wänden 39,95 Euro pro Monat kosten. Insbesondere richtet sich die Deutsche Telekom dabei an Gebiete, die von DSL noch immer ausgeschlossen sind – Stichwort: ländliche Gegenden –, denn für Städte mit breitem Angebot verschiedener DSL-Tarife dürften die Übertragungsgeschwindigkeiten nicht sehr verlockend erscheinen. Ab April 2011 können Kunden mit diesem Tarif bis zu 3 Mbit/s empfangen und 500 kbit/s senden. Das mag für von DSL verwöhnte Kunden nicht besonders berauschend klingen, allerdings muss man dabei im Hinterkopf behalten, dass dieser Tarif wirklich nur für ländliche Regionen gedacht ist. Bis Ende 2010 will man über 1.000 Gebiete damit versorgen können. Ganz ähnlich handhabt auch Vodafone ihre ersten LTE-Tarife. Ob „Call & Surf via Funk“ verfügbar ist, kann über http://telekom.de/4g in Erfahrung gebracht werden.

Bereits etwas weiter fortgeschritten ist der Konkurrent Vodafone, denn dort sind bereits seit September genauere Preise bekannt. Für einen LTE-Empfang mit 7,2 Mbit/s im Downstream müssen Kunden dort 39,99 Euro bezahlen. Wer den älteren UMTS-Standard dann deutlich hinter sich lassen möchte, kann auf die nächsthöhere Geschwindigkeit zurückgreifen. Das sind dann 21,6 Mbit/s, allerdings müssen dafür auch 49,99 Euro berappt werden. Wer gar 50 Mbit/s benötigt, muss dafür 69,99 Euro monatlich an Vodafone überweisen. Alle Tarife haben ein monatliches Volumen gemein, das bei Überschreitung mit einer Reduzierung der Downloadgeschwindigkeit auf 384 kbit/s reagiert. Je nach Tarif sind das entweder zehn, 15 oder 30 Gigabyte im Monat. Bei der Deutschen Telekom wird man wohl ähnliche Wege gehen, wenngleich noch keine konkrete Stellungnahme bekanntgegeben wurde. Da dies jedoch ein deutlicher Vorteil gegenüber Vodafone wäre, ist es unwahrscheinlich, dass die Telekom dies geheim halten würde.

Ist LTE das wert?

Ob LTE eine Anschaffung wert ist, hängt wohl für jeden Kunden größtenteils vom Wohnort ab. Wenn es einfach partout kein Breitbandinternet in der Gegend gibt, kann ein Griff zu einem der günstigen LTE-Tarife vielleicht die beste Wahl sein. Lebt man hingegen sowieso in einer größeren Stadt, sollte man sich die Anschaffung eines LTE-Tarifes überlegen. Denn momentan brauchen die meisten Kunden die angebotene Geschwindigkeit – zumindest unterwegs per Handy – nicht. Die Werbung sieht das natürlich anders, und sicherlich würden es die meisten Vorstandschefs gerne sehen, wenn jeder sofort auf LTE wechseln würde; doch die Realität sieht anders aus. Im Zweifelsfall gilt wie immer: Warten Sie lieber ein wenig, bevor Sie voreilig einen Vertrag unterzeichnen, aus dem Sie die nächsten ein bis zwei Jahre vielleicht nicht mehr herauskommen.